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60-Jährige schneller als 30-Jährige? |
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Über den geringen Einfluss des biologischen Alters auf die körperliche Leistungsfähigkeit
Der Alterungsprozess wird bisher als ein unausweichliches Schicksal verstanden und wird im Allgemeinen mit dem Verlust der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit gleichgesetzt. Neue Untersuchungen zeigen jedoch, dass durch ein regelmäßiges und systematisches Training sowohl Kraft, als auch Ausdauer bis ins hohe Alter trainierbar sind, und z.B. ein Viertel der 60-70-Jährigen einen Marathonlauf schneller absolvieren, als die Hälfte der 20-50 Jährigen.
Zu diesem Ergebnis kam die Forschergruppe um Prof. Dr. Leyk –Sporthochschule Köln – in der Laufzeitanalyse von über 160.000 Marathonläufer im Alter von 20-80 Jahren. In der so genannten PACE-Studie wurden weltweit neben den Zieleinlaufzeiten der Ausdauersportler auch Daten zum Training, zur Gesundheit und zu Lebensgewohnheiten erfasst. Die Ergebnisse sind eindeutig: Bei entsprechendem Training und gesundem Lebensstil können auch im hohen Lebensalter hervorragende Leistungen erzielt werden.
Darüber hinaus zeigt die PACE-Studie eindrucksvoll, dass der so genannte „Lifestyle“ eine größere Bedeutung für die Leistungsfähigkeit hat, als der Faktor „biologisches Alter“.
Ende eines Dogmas? Die weit verbreitete Meinung, der Verlust der Leistungsfähigkeit sei ein unausweichliches Schicksal der biologischen Alterung beruht vor allem auf den Untersuchungsbefunden von üblichen Mittelwertsanalysen ohne Berücksichtigung der Lebensumstände der Befragten.
Das grundsätzlich methodische Problem Alterseinflüsse von Lifestyle-Faktoren abzugrenzen, wurde in bisherigen Studien selten berücksichtigt: Die Abnahme der körperlichen Leistungsfähigkeit kann Folge von Alterungsprozessen sein. Aber auch Lebensumstände wie berufliche Mehrbelastungen, Familiengründung etc. die eine Reduktion eines regelmäßigen, systematischen Trainings nach sich ziehen und eine inaktive Lebensgestaltung begünstigen, können – unabhängig vom jeweiligen Alter - zu einer erheblichen Leistungsminderung führen. Die PACE-Studie, als Modell zur Abgrenzung von Alters und Lifestyle-Effekten, wird als internationales Projekt mittlerweile in 6 Sprachen für verschiedene Ausdauersportarten angeboten.
Weitere Informationen und Möglichkeit zur Teilnahme bietet die Internetadresse www.dshs-koeln.de/pace .
Beitrag: nem - Für Sie gelesen und zitiert aus „Körperliche Leistungsfähigkeit und Trainierbarkeit im mittlern und höheren Lebensalter“ Leyk et. al – Wehrmed. Mschr. 51 (2007), Heft 5-6/ 2007
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